Fotoausrüstung geklaut – Der Supergau für jeden Fotografen

Es gibt Geschehnisse im Leben, auf die kann man gerne verzichten. Dazu gehört auch ein Einbruch in die eigenen 4 Wände. Leider hat mich das Schicksal aber auf eine harte Probe gestellt und war der Meinung, mir in Abwesenheit ungebetenen Besuch vorbeizuschicken…

Um das Ganze hier (und auch für mich) etwas aufzuarbeiten, hangel ich mich kurz durch die am häufigsten gestellten Fragen. Es waren sowieso immer die gleichen… 😉

Was wurde geklaut?

Die Einbrecher haben neben diversen Wertsachen meinen Fotorucksack zu fassen bekommen, was natürlich aufgrund der enthaltenen hochwertigen Technik ein gefundenes Fressen war. Wert des Rucksacks inkl. Inhalt = kleiner Gebrauchtwagen. Demnach saß der erste Schock natürlich tief…

Was fehlt? EOS 7D, 50mm 1.4, 24-70mm 2.8 L USM, 70-200mm 2.8 L IS USM und diverser Kleinkram… Könnt ja selber durchrechnen, wie groß der Schaden ist.

Bist Du versichert?

Versicherungen suchen und abschließen ist immer ein leidiges Thema, aber hat man sie nicht, kann es schnell schlecht aussehen (Klingt wie aus einem Prospekt, stimmt aber). Daher habe ich vor einigen Jahren eine Hausratversicherung abgeschlossen, die sich nun (hoffentlich) rentieren wird. Die Gutachterin vor Ort war verständnisvoll und kulant, so dass ich mir wohl keine Sorgen um eine Neubeschaffung des Equipments machen muss – immerhin etwas.

Wie wird der Zeitwert des Foto-Equipments ermittelt?

Die größte Frage war, wie denn die Ausrüstung berechnet wird und ob ich mich nach Entschädigung wieder auf gleichem Niveau ausstatten kann. Bekanntermaßen ist der Werteverlust bei Objektiven im Vergleich zu den reinen Kamera-Bodies sehr gering. Bei mir kam dazu, dass ich „damals“ über Privatkäufe ein paar Schnäppchen gemacht habe, so dass der Kaufpreis sogar etwas unter dem lag, was man heute noch für gebrauchte Objektive bezahlt. Außerdem gibt es mittlerweile neue Revisionen von 2 meiner (Ex-)Objektive, die fast das Doppelte von dem kosten, was ich damals bezahlt habe. Um mir die Chance zu geben, mich wieder in gleicher Qualität und Güte auszustatten (und das mit Neuware), ist die Versicherung nun so kulant und erstatt mir den Mittelwert zw. dem damaligen Kaufpreis und dem, was ein neues Objektiv heute kosten würde. Das finde ich sehr! fair – gibt es mir doch die Chance, wieder nach Schnäppchen Ausschau zu halten, mir andere Objektive zuzulegen oder zu warten, bis die neuen Versionen auf einen erträglichen Preis gesunken sind. Der Body wurde nach aktuellem Neupreis berechnet, womit ich auch leben kann.

Und wie geht es nun weiter?

Im Moment wage ich vorsichtige Blicke auf den Technikmarkt und rechne diverse Kombinationen durch, um mich auf den Einschlag ins Konto vorzubereiten. Vielleicht sollte ich aus der Not eine Tugend machen und den Neuanfang richtig nutzen und nicht nur Ersatz besorgen… Wie wäre es mit einem Einstieg ins Vollformat? Die EOS 5D MK III lächelt mich zum Beispiel schon seit langer Zeit an, war aber nie eine ernsthafte Kaufoption, solange die 7D ihre Arbeit gut macht. Zudem ist der Preis erst jetzt in einem Segment, was ich für vertretbar halte.

Der Objektivpark wird wahrscheinlich identisch zugelegt, da sich das Trio einfach bewährt hat. 🙂 Inwiefern sich das am Vollformat auswirkt (durch den fehlenden Crop-Faktor können einige Objektive vielleicht „zu kurz“ sein etc.), werde ich hoffentlich bald erfahren.

Was nicht zu bezahlen ist: Wir sind in der Foto-Hochsaison, ich hatte einige Projekte in Planung und kann nun keines davon umsetzen. Bis der Schaden reguliert ist, werden sicher noch 2-3 Monate ins Land gehen, so dass dieser Sommer fototechnisch gelaufen ist. Leihen oder Zwischenkäufe sind für mich aus persönlichen Gründen keine Option. Schöner Mist… Aber so kann ich mich immerhin in Ruhe der Theorie widmen. 😛

Wie soll ich mein Foto-Equipment sichern?

In erster Linie hoffe ich, dass mir so etwas kein 2. Mal passiert. Laut Statistik bin ich ja jetzt durch, aber man weiß ja nie…

Ob man sein Foto-Equipment zuhause nun verstecken soll oder eine gesammelte Lagerung (im Rucksack o.Ä.) vermeidet, ist Geschmackssache und macht meiner Meinung nach keinen Unterschied. Sind die Kerle erst einmal in der Bude drin, finden sie auch fast alles, was von Wert sein könnte. Gleiches gilt natürlich, wenn Ihr mit den Sachen unterwegs seid:

Für die Zukunft ist eine Sache klar, die ich leider bisher immer aus fahrlässigem Sicherheitsdenken verdrängt habe: Notiert alle Seriennummern Eures Foto-Equipments, bewahrt alle Unterlagen auf, markiert die Gegenstände mit einem Farbklecks an einer nicht sofort sichtbaren Stelle oder ritzt Eure Initialien oder sonstige Erkennungszeichen in Euer Foto-Equipment und macht anschließend Fotos davon (sofern Euch ein makelloses Äußeres nicht für einen möglichen Weiterverkauf wichtig ist). Sicher erhöht das nicht unbedingt die Chance, dass die Sachen im Ernstfall wiedergefunden werden, aber so habt Ihr zumindest von Eurer Seite alles getan, um der Polizei die Arbeit zu erleichtern und könnt belegen, dass die Sachen Euch gehören. Vielleicht hat man ja doch einmal Glück und das Equipment taucht wieder auf…

Auf jeden Fall bin ich gespannt, was noch aus der Geschichte wird und ob die Sachen nicht vielleicht doch noch gefunden werden. Wenn überhaupt, wird es ein Happy End mit Beigeschmack, denn der Einbruch in die Privatsphäre ist auch mit materiellen Entschädigungen nicht aufzuwiegen.

Ich geh dann mal weiter meine Festung ausbauen…

Passt auf Euch und Euer Equipment auf!

2 Antworten auf „Fotoausrüstung geklaut – Der Supergau für jeden Fotografen“

  1. Dein letzter Satz ist entscheidend – es ist schlimm genug, dass man teures Equipment loswird. Viel schlimmer ist, dass jemand in Deiner Bude, in Deinem Privatesten umhertapst. Ich drück Dir die Daumen, dass die Versicherung gut reguliert und dass Du wieder vernünftige Ausrüstung bekommst.

    1. Hey Markus,

      Danke für Deinen Kommentar. 🙂 Den psychologischen Aspekt wollte ich hier kurz fassen, aber Du hast natürlich Recht… Es dauert eine Weile, bis der Kopf das Ganze verarbeitet und wird noch länger dauern, bis man sich wieder richtig sicher fühlt, sofern das überhaupt noch möglich ist. Der Tischler (der die Schäden repariert) meinte, dass bei vielen Betroffenen kurz danach ein Umzug erfolgte… Sagt schon Einiges aus.

      Und vielen Dank fürs Daumen drücken! Ich werde berichten – oder vielleicht auch nicht, wer weiß, welche bösen Buben hier mitlesen und sich freuen, wenn ich neue Sachen habe… *galgenhumor* Wird schon. 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.